Wie ich Yinyoga für mich entdeckte

Aktualisiert: 20. Juni

“ Ich muss / sollte aber heute unbedingt noch was für mich tun!“

“ Also, immer wenn ich Yoga gemacht habe, fühle ich mich danach total entspannt- aber

aufraffen kann ich mich nur ganz schwer dazu!“

“ 10 Stunden Arbeit und dann noch Yoga..?

das schafft mich total!“


Solche oder ähnliche Sätze gingen mir damals durch den Kopf und ich glaube, da geht es vielen ähnlich.

Man ist ja gewillt, etwas für sich zu tun, aber so ein zum Teil anstrengendes Yogaprogramm ,mit zig Sonnengrüssen vielleicht noch, schaffen die Wenigsten.

Meine klassische Hathayogapraxis war mir dann doch nach dem ganzen Gewusel des Tages einfach zu viel.

Ich bin dann eines Abends in meiner kleinen Yogakammer - unterwegs auf YouTube, zuerst

bei Madame Mady gelandet und dachte : „ Nee, lass gut sein, da kommste eh nicht mehr mit heute!“

Da muss es doch noch was anderes geben .Ich hab mich schon immer gefragt, wie Yinyoga funktioniert.

Also , Suchbegriff eingegeben!

Das erste Video „ Yoga mit Martina“ hab ich direkt angeklickt und mir mal angesehen.

Sympatische Frau, eigenwillige Raumdeko- aber egal ! Warum nicht? Ihr Video hat mir auch sehr gut gefallen- mittlerweile bin ein Fan von ihr geworden.

Obwohl ich mich über ihre peinlichen Eulenkissen kaputt gelacht habe.

Es gibt viele Unterschiede zum Hatha- oder Vinyasayoga - Yinyoga ist eine eigene Philosophie.

Es beginnt schon damit, das völlig kalt begonnen wird. Der Körper wird nicht vorher aufgewärmt, da man direkt in die Dehnung geht. Yinyoga arbeitet an den Faszien und Körpermeridianen . Durch Dehnung und Druck bzw. durch das lange passive Halten einzelner Asanas werden die Meridiane energetisiert und gereinigt. Man sagt , das „ Chi“( die Körperenergie) kann so besser fließen.

Yinyoga hat einen ähnlichen Effekt wie Akupunktur.

Ganze YinyogaStunden können sich mit einem Organ ( z.B. die Leber) beschäftigen.

Dabei spielen auch die psychischen Zusammenhänge mit den Organen eine Rolle.

Wut und Ärger können auf ein Ungleichgewicht in der Leber hinweisen. Und da gibt es so viele Beispiele, die ich hier nennen könnte…

Aber dazu vielleicht in einem anderen Beitrag.


Ich bin ja immer ein Freund der ganzheitlichen Betrachtung, deshalb war es für mich auch ein Grund, mich noch mehr mit Yinyoga zu beschäftigen. Außerdem fiel es mir abends auch nicht schwer, die Praxis durchzuziehen und am Ball zu bleiben. Und schon bald war es mein Wunsch, eine zusätzliche Ausbildung zur Yinyogalehrerin zu beginnen. Ich dachte, dieser Stil ist so genial !

Das muss ich einfach unterrichten. Ich kenne so viele Menschen, die wirklich auch , wie ich, körperlich hart arbeiten müssen. Und unser Leben/ unser Alltag ist so überfrachte mit allen möglichen Inputs und Eindrücken- es wird Zeit, mal dagegen zu steuern. Dieses Abtauchen, in der Übung zu bleiben und mal ganz bewusst in sich rein zu horchen, fehlt so vielen Menschen. Wir funktionieren immer nur, weil wir manchmal auch garnicht anders können.

Ich kann Yinyoga nur wärmstens empfehlen. Es ist für jeden gedacht. Ich kann in eine Übung gehen und mich so bequem wie möglich einrichten ( Hilfsmittel wie Bolster und Kissen sind ausdrücklich erwünscht), bei Bedarf die Dehnung ausweiten und nach meinem Ermessen die Übung wieder verlassen. Beim Yinyoga wird nicht verglichen, die Wirbelsäule ist niemals gerade, keine Übung ist statisch. Das lange halten der Übungen hat zudem auch einen meditativen Aspekt. Zu Anfang fragt man sich vielleicht, wie man die Zeiten überbrücken kann, da der Kopf immer eine Erklärung oder Rechtfertigung braucht. Je länger man mit der Praxis vertraut ist, desto besser gelingt es einem dann doch den Geist zur Ruhe zu bringen und einfach das Kopfkino auszuschalten. Es bleibt viel Zeit für Selbstreflektion, Achtsamkeit, Annahme und bewusste Atmung.

Sich jeden Tag ein bisschen um sich selbst zu kümmern, bedeutet auch Frieden finden.


Wenn Dir mein Beitrag gefallen hat, dann schreibe mir gerne einen Kommentar.

Oder melde dich, wenn Du Interesse an einer Onlinestunde hast. Ich bin in der Planung.


„Lokah Samastah

Sukhino Bhavantu-


Mögen alle lebewesen glücklich und frei sein und mögen meine Gedanken, Taten und Worte zum Glück und zur Freiheit aller beitragen.

NAMASTE


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